Besonderheiten der BHT
Brückenkurse für guten Übergang von Schule zum Studium
Mentoring
Praxisbezug
Kontakt und Kooperation mit Firmen und Instituten
Projekte, Veranstaltungen, Führungen
mögliche Auslandsaufenthalte
was sagen:
Lehrende, Studis, Absolventen (alles verlinken)
Lehrende
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Absolventen
Interview mit Nils, er hat an der BHT von 2000 bis 2004studiert, da hieß die Hochschule noch Technische Fachhochschule TFH:
Warum hast du dich damals für dieses Fach und diese Hochschule entschieden?
Ich habe ursprünglich mit Elektrotechnik angefangen. Nach dem ersten Semester habe ich aber gemerkt, dass das einfach nicht das Richtige für mich ist. Die Inhalte haben mich nicht abgeholt und ich habe festgestellt, dass meine Interessen eher in einer anderen Richtung liegen.
Deshalb habe ich schon nach einem Semester in den Studiengang Physikalische Technik/Medizinphysik gewechselt. Mich hat vor allem die Optoelektronik interessiert, und dieser Studiengang war dafür aus meiner Sicht am breitesten aufgestellt. Das Studium hat mir tatsächlich sehr viele Möglichkeiten eröffnet.
Mir war außerdem wichtig, ein Studium zu wählen, das zum damaligen Zeitpunkt gute Berufsperspektiven bietet. Ich habe meine Fachhochschulreife über den zweiten Bildungsweg nachgeholt und vorher bereits eine Ausbildung zum Optiker gemacht. Deshalb war die Studienwahl für mich eine ganz bewusste Entscheidung. Ich wollte etwas studieren, das mich fachlich interessiert und mit dem ich mir gleichzeitig eine nachhaltige berufliche Zukunft aufbauen kann.
Rückblickend war der Studiengangwechsel zur Physikalische Technik/Medizinphysik genau die richtige Entscheidung. Ich habe ihn bis heute kein einziges Mal bereut.
Was war die größte Herausforderung während deines Studiums und wie hast du diese gemeistert?
Ich bilde mir ein, dass das Studium schon zu den anspruchsvolleren Studiengängen gehört hat. Zumindest war es bei uns im Semester für niemanden ein Selbstläufer. Man musste kontinuierlich lernen und sich wirklich mit den Inhalten auseinandersetzen.
Ich habe die Vorlesungen immer gerne zu Hause noch einmal in Ruhe nachgearbeitet. Das war für mich auch eine schöne Phase, weil ich selbst entscheiden konnte, wann und wie ich lerne. Diese Selbstbestimmtheit hat mir sehr gut gefallen.
Die größte Herausforderung war für mich, das Studium mit meinem Nebenjob zu vereinbaren. Das war nicht immer einfach und natürlich sind in der Zeit auch mal andere Dinge auf der Strecke geblieben. Aber das gehörte für mich dazu.
Damals wurde ein Fachhochschulstudium aus meiner Sicht von manchen noch ein bisschen belächelt und als weniger anspruchsvoll angesehen als ein Universitätsstudium. Diese Erfahrung habe ich überhaupt nicht gemacht. Das Studium war fachlich fordernd und hat mir eine sehr gute Grundlage gegeben. Später habe ich im Berufsleben viele Masteranten von Universitäten betreut und hatte dabei nie das Gefühl, fachlich vom Grundlagenwissen schlechter aufgestellt zu sein. Ich sehe auch keinen Nachteil bei der späteren beruflichen Entwicklung.
Wie schwer war es, nach dem Abschluss einen Job zu finden?
Wir wurden als Absolventen damals zwar nicht direkt von der Straße aufgelesen, aber ich hatte den Eindruck, dass es sehr viele Möglichkeiten gab. Das Studium war breit aufgestellt und hat verschiedene berufliche Wege eröffnet.
Ursprünglich hatte ich gedacht, dass ich nach dem Studium stärker in Richtung Optoelektronik gehen würde. Im Laufe des Studiums hat sich mein Interesse aber weiterentwickelt und ich habe meine Begeisterung für die Medizinphysik beziehungsweise die Strahlungsphysik entdeckt.
Meine Diplomarbeit habe ich dann in der Medizinphysik von der Charité gemacht. Daraus hat sich direkt im Anschluss ein Jobangebot der Charité ergeben. Das war zwar nicht meine letzte berufliche Station, aber ein sehr schöner und spannender Einstieg ins Berufsleben.
Was machst du aktuell beruflich und wie hat dich das Studium darauf vorbereitet?
Ich habe einen recht abwechslungsreichen Lebenslauf – um einmal die Sprache aus dem modernen Recruiting zu verwenden. Nach meiner Zeit in der Medizinphysik der Charité habe ich viele Jahre in der Industrie gearbeitet. Dabei habe ich ganz unterschiedliche Bereiche kennengelernt – von Prozessentwicklung und Entwicklung über Transfer Management und Automatisierung bis hin zur Führung von Teams und entsprechender Verantwortung. Ich war hier immer sehr nah an der Fertigung und an der praktischen Umsetzung, mit einem klaren Bezug zur Medizintechnik in der Industrie.
Nach rund 20 Jahren in der Industrie und Produktion wollte ich noch einmal etwas Neues machen und einen Weg einschlagen, der für mich persönlich nachhaltiger und sinnstiftender ist. Wenn ich auf meinen Berufsweg zurückblicke, war die Zeit an der Charité vor allem wegen der Sinnhaftigkeit der Arbeit etwas, das mir besonders in Erinnerung geblieben ist. Dort hatte ich das Gefühl, mit meiner Arbeit direkt etwas für Menschen bewirken zu können. Deshalb habe ich mich bewusst entschieden, der Industrie den Rücken zu kehren.
Heute bin ich Technischer Leiter am DRK-Krankenhaus in Westend. Hier kann ich meine technischen Erfahrungen einbringen und gleichzeitig einen direkten Beitrag zum Gesundheitswesen leisten. Diese Verbindung aus Technik, Verantwortung und einem sichtbaren Nutzen meiner Arbeit empfinde ich als sehr erfüllend.
Wie das Studium mich auf mein Berufsleben vorbereitet hat, ist eine interessante Frage. Ich glaube nicht, dass ein Studium einen mit einem fertigen Werkzeugkasten für eine bestimmte Tätigkeit ausstattet. Natürlich gibt es Inhalte, die man später direkt nutzt – auch wenn ich zugeben muss, dass Thermodynamik II heute nicht gerade zu den Themen gehört, die ich täglich anwende :)
Was man in dem Studiengang aber wirklich lernt, ist die systematische Herangehensweise an neue und komplexe Themen. Genau das hilft mir in meinem Berufsleben immer wieder – egal ob bei technischen Fragestellungen, neuen Projekten oder später auch bei Führungsaufgaben. Besonders die praktischen Elemente und Labore des Studiums waren sehr wertvoll.
Wenn ich es zusammenfassen müsste: Vielleicht brauche ich heute nur einen sehr geringen Teil der konkreten Studieninhalte direkt, aber die Denkweise, die Problemlösungskompetenz und die Fähigkeit, mich in neue Themen einzuarbeiten, nutze ich praktisch jeden Tag (bis heute). Genau darin liegt für mich die große Stärke dieses Studiengangs.
Welche konkreten Tipps gibst du heutigen Studierenden für eine erfolgreiche Studienzeit oder speziell für diesen Beruf mit?
Das ist eigentlich eine einfache Frage. Mein wichtigster Tipp ist: Folgt Euren Interessen, denn dort liegen häufig auch die eigenen Stärken. Gleichzeitig solltet Ihr Euch aber auch Eurer eigenen Grenzen bewusst sein.
Niemand kann alles wissen oder alles alleine lösen. Deshalb ist es wichtig, das Wissen und die Erfahrungen anderer zu nutzen und ihnen gleichzeitig den notwendigen Gestaltungsfreiraum zu geben. Gerade im Berufsleben kommt man gemeinsam immer weiter als allein. Einzelkämpfer haben es aus meiner Sicht immer schwer. Gute Zusammenarbeit, Offenheit für andere Perspektiven und die Fähigkeit, als Team Lösungen zu entwickeln, sind entscheidende Faktoren für Euren Erfolg.
Ein Punkt, der mir in diesem Zusammenhang noch wichtig ist: In der Industrie wird oft von „Low Performern“ gesprochen. Mit diesem Begriff wurde ich in meiner Rolle als Führungskraft auch mehrfach von außen konfrontiert. Ich finde dieses Wort ehrlich gesagt schrecklich, weil es Menschen sehr schnell in eine Schublade steckt. Aus meiner Erfahrung gibt es viel häufiger Menschen, die einfach nicht an der richtigen Stelle eingesetzt sind und dort ihre Stärken nicht richtig entfalten können. Genau deshalb ist es wichtig, Euch früh mit Euren Interessen und Stärken auseinanderzusetzen. Um den Bogen zu spannen und warum ich das sage: Mein konkreter Tipp für Euch ist, beschäftigt Euch bei der Studienwahl nicht nur damit, was vermeintlich gute Berufsaussichten oder Gehälter bietet, sondern auch damit, welcher Weg wirklich zu Euch und Euren Interessen passt. Ich könnt hier noch sehr gut steuern, womit Ihr Euch beschäftigen wollt und könnt Euch „richtig einsetzen“. Und wenn Ihr merkt, dass die erste Studienwahl nicht passt, dann hadert nicht zu lange damit. Manchmal ist es die richtige Entscheidung, einen anderen Weg einzuschlagen.
Kurzum, wählt bzw. findet das Studium das zu Euch passt und lasst Euch hier nicht reinreden. Ihr legt hier Euren persönlichen und sehr wichtigen Grundstein für Eure berufliche Zukunft.
