Auslobung Schinkel-Wettbewerb 2027 „Mythos Alexanderplatz“

Wir haben den Schinkel-Wettbewerb 2027 ausgelobt. Unter dem Titel „Mythos Alexanderplatz“ rückt einer der bekanntesten und zugleich widersprüchlichsten Orte Berlins in den Mittelpunkt. Junge Planerinnen und Planer sind eingeladen, neue Perspektiven für den Alexanderplatz und sein Umfeld als lebendigen, vielfältigen und zukunftsfähigen Stadtraum im Herzen der Hauptstadt zu entwickeln.

Kaum ein anderer Ort steht so sehr für die Brüche und Umbrüche Berlins wie der Alexanderplatz. Weltstadtplatz der 1920er-Jahre, sozialistisches Stadtzentrum, Schauplatz der Demonstration vom 4. November 1989, Verkehrsknotenpunkt, Einkaufsstandort und Tourismusmagnet: Unterschiedliche politische Systeme und Vorstellungen von Stadt haben hier ihre Spuren hinterlassen. Bis heute treffen auf engem Raum verschiedene städtebauliche Zeitschichten, Nutzungsinteressen und Zukunftsvorstellungen aufeinander. 

Genau hier setzt der AIV-Schinkel-Wettbewerb 2027 an. Gesucht wird eine positive und integrative Vision für den Alexanderplatz und sein bislang in Teilen vernachlässigtes Umfeld. Verkehr und kommerzielle Nutzungen sollen dabei um öffentliche, kulturelle und soziale Angebote ergänzt werden. Ziel ist ein lebendiges und gerechtes Quartier, das dem besonderen Nimbus des Alexanderplatzes ebenso gerecht wird wie den alltäglichen Bedürfnissen der Menschen, die hier wohnen, arbeiten, umsteigen oder zu Besuch sind.


Vom Haus der Elektroindustrie bis zur Waisenbrücke
Der Planungsbereich umfasst den Alexanderplatz und seine unmittelbar angrenzenden Stadträume einschließlich der Alexanderstraße, Otto-Braun-Straße und Karl-Liebknecht-Straße. Auch die Verbindungen zu den angrenzenden Quartieren spielen eine wichtige Rolle. Für einzelne Fachsparten rücken zudem das Haus der Elektroindustrie und die Waisenbrücke in den Mittelpunkt.

Die Aufgabenstellungen verteilen sich auf sechs Fachsparten:

Architektur: Für das Haus der Elektroindustrie und die vorgelagerte Freifläche wird ein intelligenter Nutzungsmix gesucht. Kommerzielle, öffentliche, kulturelle und soziale Angebote sowie innovative Wohn- und Arbeitsformen sollen zusammengedacht und das bauliche Erbe der Ostmoderne mit den angrenzenden Quartieren verbunden werden. 

Städtebau: Gefragt ist ein Leitbild, das den Alexanderplatz stärker mit seinem Umfeld vernetzt, Verkehrsflächen neu ordnet und kommerzielle mit gemeinwohlorientierten Nutzungen verbindet. Auch die Frage, wie der „Mythos Alexanderplatz“ im 21. Jahrhundert neu interpretiert werden kann, steht im Zentrum.

Landschaftsarchitektur: Gesucht wird ein zukunftsgerichtetes Freiraumkonzept mit höherer Aufenthaltsqualität, mehr Grün, weniger Versiegelung, besserem Mikroklima, nachhaltigem Regenwassermanagement und mehr Biodiversität.

Konstruktiver Ingenieurbau: Die historische Waisenbrücke soll als neue Fuß- und Radverbindung über die Spree gedacht werden. Dekarbonisierung, Kreislaufwirtschaft und Urban Mining sollen dabei ebenso berücksichtigt werden wie eine hohe gestalterische und technische Qualität.

Mobilität und Verkehrsplanung: Ausgehend von einer Reduzierung der Flächen für den motorisierten Individualverkehr um rund 50 Prozent sollen neue Konzepte für einen nachhaltigen, inklusiven Mobilitätsraum entstehen. Der dadurch gewonnene Stadtraum soll für Aufenthaltsqualität, Klimaanpassung und soziale Teilhabe genutzt werden.

Freie Kunst: Künstlerinnen und Künstler sind eingeladen, sich mit Geschichte, Gegenwart und Zukunft des Alexanderplatzes auseinanderzusetzen und insbesondere die Rolle des öffentlichen Raums und des Gemeinwohls zu thematisieren.

Interdisziplinäre Kooperationen sind ausdrücklich erwünscht. Neben den sechs klassischen Fachsparten können dabei auch Disziplinen wie Umwelt- und Materialwissenschaften, Soziologie, Geisteswissenschaften, Design, Innenarchitektur oder Informatik einbezogen werden.

Nachwuchswettbewerb mit langer Tradition
Der AIV-Schinkel-Wettbewerb ist ein offener Ideen- und Förderwettbewerb für Studierende und Absolvierende. Teilnahmeberechtigt sind junge Talente aus Städtebau, Landschaftsarchitektur, Architektur, Bauingenieurwesen, Verkehrsplanung und verwandten Fachrichtungen sowie Künstlerinnen und Künstler und Studierende der Freien Kunst. Zum Abgabetermin dürfen die Teilnehmenden nicht älter als 35 Jahre sein. Beiträge können von bis zu vier Verfasserinnen und Verfassern gemeinsam erarbeitet werden. 

Für Preisgelder stehen voraussichtlich bis zu 30.000 Euro zur Verfügung. Pro Fachsparte kann ein Schinkelpreis in Höhe von 3.000 Euro vergeben werden; hinzu kommen zahlreiche Sonderpreise.

Die Anmeldung ist jetzt möglich und läuft bis zum 25. Januar 2027, 23.59 Uhr über wettbewerbe aktuell. Am 24. Oktober um 11 Uhr bietet der AIV eine geführte Ortsbesichtigung an; Treffpunkt ist die Weltzeituhr am Alexanderplatz. Das Rückfragenkolloquium findet am 13. November um 17 Uhr online statt.

Termine zum AIV-Schinkel-Wettbewerb:
  • Ortsbesichtigung: 24. Oktober 2026, 11 Uhr
  • Abgabefrist für Rückfragen: 2. November 2026
  • Rückfragenkolloquium: 13. November 2026, 17 Uhr
  • Anmeldeschluss: 25. Januar 2027, 23.59 Uhr
  • Abgabe der Wettbewerbsarbeiten: 8. Februar 2027, 16 Uhr
  • Ausstellungseröffnung und Schinkel-Fest mit Preisverleihung: 13. März 2027

Ausführliche Informationen zur Auslobung.

Der BKD prämiert alle vier Jahre wissenschaftliche Arbeiten, die sich der ökologischen, städtebaulichen und sozialen Bedeutung von Kleingärten für die Zukunftsgestaltung der Städte und Gemeinden widmen.

Vorbildhafte Ansätze und Potenziale des Kleingartenwesens sollen gesamtgesellschaftlich noch bekannter werden. Besonderes Anliegen ist es, solche Arbeiten und Projekte auszuzeichnen, die eine Vorbildwirkung für grüne und soziale Stadt- und Kommunalentwicklung besitzen und zur modernen Entwicklung grüner Infrastruktur beitragen. Der Wettbewerb soll neue Impulse für das Thema Kleingärten und Stadtgrün in den relevanten Fachdisziplinen und deren praktische Realisierung generieren.

Es geht darum, Nachwuchswissenschaftler und -wissenschaftlerinnen sowie aktuelle und künftige Entscheidungsträger und Entscheidungsträgerinnen für die Potenziale des Kleingartenwesens zu sensibilisieren.

Hier ist Forschung im Bereich der Stadt-, Regional- und Landschaftsplanung, der Gartenbauwissenschaften, Klimageographie, Landschaftsökologie, von Natur- und Umweltschutz sowie Gesundheit und Ernährung gefragt. Spannende Forschungsfelder sind beispielsweise

innovative Ansätze für den Ausbau und die Weiterentwicklung vorhandener und die Gestaltung neuer Kleingartenanlagen unter Beachtung der Vorgaben des Bundeskleingartengesetzes,

die ökologische Aufwertung von Kleingartenanlagen,

die biologische Vielfalt in Kleingärten,

Anlagenplanung und -gestaltung im Sinne von Klimaschutz und Klimaanpassung,

sich ändernde Nachfrageentwicklungen und

sozial-gesellschaftliche und gesundheitliche Effekte von Kleingärten.

Das Interesse an Forschungsergebnissen reicht von internationalen Vergleichen bis hin zu regionalen Erhebungen.

Das Kleingartenwesen – aktuelle Themen

Die aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen, denen Kommunen, Stadt- und Regionalentwicklung gegenüberstehen, sind enorm. Natur- und umweltfreundlichere und gleichzeitig soziale zukunftsfähige Ansätze sind gefragt. Das Kleingartenwesen mit seinen Strukturen und der Vielfalt an Gärten und Menschen hat hier einiges zu bieten. Gleichzeitig befinden sich Kleingartenvereine und -verbände – wie alle anderen gesellschaftlichen Gruppen – mitten in diesen vielschichtigen und drängenden Veränderungsprozessen.

Vereine engagieren sich für den Erhalt der biologischen Vielfalt und die Integration von Menschen mit unterschiedlichen kulturellen und sozialen Hintergründen. Neupächterinnen und Neupächter, vor allem junge Familien, nutzen die Möglichkeiten des eigenen Anbaus von Obst und Gemüse sowie der Erholung im Kleingarten. Ebenso stehen die kühlende Wirkung der Kleingartenanlagen und ihre Beiträge für klimaresiliente Kommunen zunehmend im Blick der Städteplanung. „Nachverdichtung in Kleingartenanlagen“ und Kleingartenparks aber auch eine bedarfsgerechte Entwicklung von Kleingartenanlagen in ländlichen strukturschwachen Räumen sind Ansätze bzw. Herausforderungen, die vielerorts die Kommunen und die Kleingartenorganisationen bewegen. Gestützt seitens der Politik und Verwaltung führen konsequenterweise zunehmend Förderprogramme explizit die Entwicklung der Kleingarteninfrastruktur als förderrelevant auf. Es ist viel Bewegung im Kleingartenwesen in ganz Deutschland und darüber hinaus.

Es geht um große Themen, z. B. eine nachhaltige Stadt- und Raumplanung, den Schutz der biologischen Vielfalt, Klimaschutz und Klimaanpassung, den Erhalt und die Gestaltung von Gemeinschaft und Ehrenamt im Verein und eine bedarfsgerechte Weiterentwicklung von Kleingartenanlagen in Stadt und Land.

Wissenschaft und Forschung als wichtige Partner

Forschung zu all den drängenden Fragen ist und bleibt essenziell für den Erhalt des Kleingartenwesens und somit eine klima- und sozialgerechte und umweltfreundliche Stadt- und Kommunalentwicklung!

Der BKD-Wissenschaftspreis 2023 hat gezeigt, Kleingärten und ihre nachhaltige (Weiter-)Entwicklung stehen im Fokus, auch auf Seiten der Wissenschaft. Die fast 40 Bewerbungen aus dem In- und Ausland reichten von Seminararbeiten über Bachelor- und Masterarbeiten bis hin zu Papers, Projektberichten und Dissertationen. Dabei fanden sich unterschiedlichste Fachbereiche vor allem aus den Naturwissenschaften sowie der Planung und Gestaltung, aber auch aus den Sozial- und Geisteswissenschaften.

Es besteht weiterhin Handlungs- und Forschungsbedarf, sowohl um den Status quo zu erfassen als auch Ökosystemleistungen sowie die Leistung der Vereine zu belegen, Bedarfe festzustellen und letztendlich immer wieder Impulse für Zukunftsvisionen und Handlungsempfehlungen zu bekommen

Zugangsvoraussetzungen

Willkommen sind qualitativ herausragende Seminar- und Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Dissertation und wissenschaftliche Publikationen anderer Art. Der Wettbewerb zielt auf Arbeiten, die auch innerhalb ihres Fachbereichs auf Anerkennung und Interesse stoßen.

Vorschlagsberechtigt sind Institutionen, Wissenschaftsteams, Studierendenteams, Autorenkollektive, deren Herausgeber oder Einzelpersonen – also auch Verfasser und Verfasserinnen selbst.

Auch wissenschaftliche Publikationen in englischer Sprache sind möglich.

Der Entstehungs- bzw. Veröffentlichungszeitraum ist auf 2023 bis 2027 begrenzt.

Eine Bewerbung ist ab sofort möglich. Einsendeschluss ist der 31.03.2027.

Auswahlverfahren

Nach formaler Prüfung durch die BKD-Geschäftsstelle erfolgt die Bewertung durch eine vom Auslobenden einzusetzende interdisziplinäre Jury.

Preisgeld

Für die Auszeichnung der Arbeiten steht ein Preisgeld in Höhe von insgesamt 5.000 Euro zur Verfügung. Über die Vergabe der Preisgelder entscheidet die Jury.

Wissensachftspreis Aushang A4