Erstellt von Prof. Dr. Jens Lüdeke |

Ende März 2026 reisten über 70 Studierende der Landschaftsarchitektur sowie des Masterstudiengangs Urbane Pflanzen und Freiraummanagement (UPFM) der Berliner Hochschule für Technik mit dem Professor für Urbanen Raum und Landschaft (Prof. Dr. Jens Lüdeke) für mehrere Tage nach Palermo. Die Exkursion verband fachliche Analyse mit intensivem Stadterleben und zeigte eindrucksvoll, wie eng klimatische, räumliche und gesellschaftliche Fragestellungen miteinander verwoben sind.

Im Orto Botanico di Palermo (Botanischer Garten) untersuchten die Studierenden die Bedeutung mediterraner Vegetation für klimaangepasste Freiräume. In den historischen Quartieren wurde erfahrbar, wie Verschattung, Materialität und dichte Strukturen seit Jahrhunderten zur Kühlung beitragen, während großmaßstäbliche Landschaftsräume wie der Parco della Favorita wichtige Funktionen für das Stadtklima übernehmen.

Ein besonderes Highlight war der gemeinsame Aufstieg auf den Monte Pellegrino. Über mehr als 600 Höhenmeter hinweg wurde der Weg selbst zum Lernraum: Vegetationswechsel, Topografie und Blickbeziehungen zur Stadt konnten unmittelbar nachvollzogen werden. Oben angekommen bot sich ein eindrucksvolles Panorama über Palermo und die Küstenlandschaft – ein Moment, der sowohl physisch fordernd als auch gemeinschaftsstiftend war.

Auch die gesellschaftlichen Dimensionen der Stadt wurden thematisiert. Die Geschichte der Cosa Nostra (Mafia) prägte über lange Zeit die Entwicklung öffentlicher Räume und wurde im Kontext heutiger Transformationsprozesse kritisch reflektiert.

Neben dem fachlichen Programm prägten vor allem die Abende das gemeinsame Erlebnis. Rund um den Markt von La Vucciria trafen sich die Studierenden zu ausgelassenen Zusammenkünften, bei Musik, Straßenessen und lebendiger Atmosphäre. Diese Momente stärkten den Austausch zwischen den Jahrgängen und machten die Exkursion zu einer intensiven sozialen Erfahrung. Der VIP DJ Mäx sorgte dort für Partystimmung.

Während des Exkursionszeitraums wurde die Gruppe zudem unmittelbar Zeugin aktueller politischer Entwicklungen in Italien. Ein landesweites Referendum zur angeblichen Steigerung der Unabhängigkeit der Justiz, das vom politischen Umfeld von Giorgia Meloni unterstützt wurde, scheiterte knapp auf nationaler Ebene – in Süditalien und insbesondere in Palermo jedoch mit deutlicher Ablehnung. In den Straßen der Stadt entlud sich diese Entscheidung in spontanen Jubelfeiern.  Atmosphäre zwischen politischem Ausdruck, öffentlichem Raum und urbanem Leben machte eindrücklich sichtbar, wie eng gesellschaftliche Prozesse und Stadträume miteinander verwoben sind.

Die Reise nach Palermo zeigte, wie Landschaftsarchitektur im Spannungsfeld von Klima, Gesellschaft und Raum wirkt – und blieb den Teilnehmenden nicht zuletzt durch ihre fachliche Tiefe und die besonderen gemeinsamen Erlebnisse nachhaltig in Erinnerung.

Botanischer Garten