WEITER ZU BAUEN – POTSDAMER PLATTE
Im Sommersemester 2024 beschäftigten sich Studierende im Masterstudiengang „Architektur“ der BHT mit der Weiterentwicklung von Wohnsiedlungen aus den 1950er bis 1970er Jahren. Gesucht wurden Lösungsansätze, um diese oft rational geplanten und monofunktional genutzten „Schlafstädte“ zu nachhaltigen und sozialen Resonanzorten weiterzuentwickeln. Während aktuelle Sanierungen meist rein technisch erfolgen, häufig ohne architektonische Begleitung und allein im Fokus auf kurzfristige Klimaziele, richtete das Entwurfsmodul M08 den Blick auf langfristige und ganzheitliche Transformationsstrategien. Am Beispiel des Quartiers „Zentrum Ost“ in Potsdam sollten die Studierenden architektonische, soziale und ökologische Potenziale bestehender Siedlungen erkennen und durch gezieltes Weiterbauen wie Aufstocken, Anbauen, Umnutzen oder Erweitern neue Wohn- und Nutzungsmöglichkeiten schaffen. Besonderes Augenmerk lag dabei auf Angeboten für unterschiedliche Generationen, barrierefreiem Wohnen, gemeinschaftlicher Teilhabe sowie der Aufwertung des öffentlichen Raums.
Die Entwürfe sollten aus der vorhandenen Struktur heraus entwickelt werden, um eine neue, differenzierte Quartiersidentität zu ermöglichen. Aspekte wie Mobilität, Erhalt des Baumbestands, Freiraumqualität und Ressourcenschonung spielten eine ebenso wichtige Rolle wie die Frage nach einer zukunftsfähigen, ressourcensensiblen Bauweise. Abschließend wurden die entwickelten Strategien und Prinzipien in einer Resilienz-Charta zusammengeführt, die Perspektiven für den nachhaltigen Umbau vergleichbarer Quartiere im gesamten Bundesgebiet aufzeigt.
Die Ausstellung präsentiert einige der im Modul entstandenen Entwürfe. Das Ausstellungskonzept von Ludwig Kroll und Matthias Haber sieht Leseplätze mit je Entwurf einem Modell und einer Broschüre vor. Sie wurde am 3. Juli 2025 eröffnet, mit Redebeiträgen von Bernd Nicke (Geschäftsführer ProPotsdam), Erik Wolfram (Fachbereichsleiter Stadtplanung Potsdam) und Matthias Haber (Professor für Entwerfen und Konstruieren im Bestand).



Fotos: Alexia Hornig






